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Thema: Alle MACHT den STRASSENKATZEN...
Anett Böger schrieb am 08.08.07 - 13:58 Uhr |antworten|
Das beabsichtigte FÜTTERUNGSVERBOT für herrenlose STRASSENKATZEN kann u. werde ich nicht akzeptieren, da ich vor Jahren auch für 10 und mehr Straßenkatzen da war, die ich tagtägl. fütterte und sie es mir mit ihren leuchtenden AUGEN dankten! Ich habe mich auch um deren Fruchtbarkeit gekümmert, sodass eine weitere Vermehrung gestoppt wurde! Ich persönl. ertrage es nicht u. kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, an ner Straßenkatze vorbeizugehen ohne ihr ne Futtermöglichkeit zu bieten!
Denn dies wäre das gleiche, wenn ich an nem Obdachlosen / Penner vorbeilaufen würde ohne ihm nen EURO einzuschmeißen! Dieser hat aber die Möglichkeit (was ne Straßenkatze nicht hat) div. Suppenküchen / Bahnhofsmissionen aufzusuchen, um seinen Hunger zu stillen!
Folgende FRAGE stelle ich an die OBRIGKEIT von HALLE... Ich möchte gern von IHNEN im Detail wissen, wie sich ne Straßenkatze ernähren soll, wenn alle Müllcontainer verschlossen sind, da kein Mieter div. Bio- und Großmülltonnen mehr offen stehen läßt, weil man sich wg. div. Geruchsbelästigungen und vor Feuerteufeln schützen will, wenn sich in den Sommermonaten keine Pfütze zum Durststillen am Straßenrand anbietet, wenn in der Wintermonaten sich noch nicht einmal ne Maus aus ihrem Erdloch traut? Wenn SIE mit allen STRASSENKATZEN in ZUKUNFT so verfahren wollen, dann dürfen SIE auch allen Obdachlosen & Pennern keinerlei Suppenküchen mehr anbieten, da diese sich ja auch "wie alle Straßenkatzen" von div. Mülltonnenabfällen ernähren können!
Es ist leicht, div. Gesetze und Verbote in Auftrag zu geben, wenn man die wahre Realität nicht kennt!
Was wären die STRASSENKATZEN ohne ihre Katzenliebhaber mit HERZ, die den ARMEN Kreaturen ne tägl. Futtermöglichkeit bieten, sodass sie "satt u. zufrieden" ihr... LEBEN auf der Straße ggü. gefühlskalten, katzenhassenden Menschen und div. Kampfhundebesitzern... tagtägl. bestreiten können!
Ich liebe KATZEN, seitdem ich ein kleines MÄDCHEN bin u. werde auch in ZUKUNFT für diese intelligenten SAMTPFOTEN da sein, was ich wg. ihrem geplanten FÜTTERUNGSVERBOT auch nicht ändern werde, da ich diese TIERE mehr liebe, als manchen MENSCHEN!
alex schrieb am 10.08.07 - 23:34 Uhr |antworten|
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Wie kann der Mensch es zulassen, dass überall Tiere gekauft werden können, wenn die Tierheime sich vor vernachlässigten Tieren kaum retten können.
Jene die ausgesetzt werden bestraft man dann auch noch mit so einer unsinnigen Grausamkeit? Was ist das denn für eine Welt.
Ich habe fast den Eindruck, dass eine Katze (Tier allgemein) froh sein kann, wenn es von einem Auto sauber überfahren wird.
Stoppt endlich den Verkauf von Lebewesen gerade zu den Feiertagen Weihnachten/Ostern usw., dann wäre uns allen mehr geholfen. Was eine Kastration ist, dürfte doch auch jeden bekannt sein.
Wolfgang Keller schrieb am 16.08.07 - 20:41 Uhr |antworten|
Fakten (bitte um Korrektur, wenn ich mich irre):
- Tierschutz hat in Deutschland Verfassungsrang.
- Zum Schutz der "wilden" Katzen in den Städten ist es u.a. erforderlich, ihre ungehemmte Vermehrung durch Kastration zu kontrollieren und auch die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen.
- Zum Kastrieren (bzw. für die Verbringung zum Tierarzt bei Krankheit) muß man die Viecher einfangen, bzw. überhaupt erst einmal erfahren, daß irgendwo wieder eine "neue" (unkastrierte/kranke) Katze aufgetaucht ist.
- Letzteres geht eben nur durch systematische (d.h. flächendeckende und permanente) Beobachtung der Katzenpopulation. Wie soll man das in der Realität anders realisieren als dadurch, sie regelmäßig an Futterstellen zu locken?
- Ebenso das Einfangen "neuer" Katzen. Funktioniert nur, wenn man weiß, wo sie regelmäßig auftauchen und wenn man ihr i.d.R. extremes Mißtrauen durch "Anfüttern" umgeht.
Daraus folgt für mich logisch zwingend, daß regelmäßig betreute Futterstellen eine Notwendigkeit sind, um dem Verfassungsgebot des Tierschutzes nachkommen zu können.
Zu dem Schauermärchen, daß die Futterstellen die Rattenvermehrung fördern:
- In Halle dürften eine runde halbe Million Ratten leben (etwa 2/Einwohner sind in deutschen Großstädten typisch)
- Eine erwachsene Ratte benötigt etwa 20g hochkonzentriertes Trockenfutter pro Tag
- In der Stadt ernähren sich Ratten in erster Linie von (Bio-)Müll, insbesondere von Imbissen u. dgl., der wohl kaum so konzentriert ist wie spezielles Trockenfutter.
- 20g/Ratte * 500 000 Ratten macht 10t pro Tag, mal einem Multiplikator für den geringeren Energiegehalt des Mülls gegenüber Trockenfutter.
- Im Vergleich dazu sind die an den Futterstellen "gereichten" Mengen Erdnußkrümel.
Dazu, wie gut oder schlecht sich Katzen als Rattenfänger eignen, lese man mal bei Leyhausen nach. Die mittelalterlichen Pestepidemien, die in Mitteleuropa mal eben ein Drittel der Bevölkerung ausgerottet haben, fielen nicht zufällig mit dem Höhepunkt der "Ketzer"-(/Hexen/Katzen)-Verfolgung zusammen. Damals wurden die Katzen flächendeckend in ganzen Regionen praktisch ausgerottet.
Chemische Bekämpfung von Ratten funktioniert immer nur zeitlich und örtlich begrenzt, anschließend wird der "entvölkerte" Lebensraum sehr schnell von den angrenzenden Gebieten aus wieder besiedelt (eine Ratte kann im Jahr 500-1000 Nachkommen erzeugen).
Eine gesunde (!) Katzenpopulation hält die Rattenplage dagegen flächendeckend und permanent unter Kontrolle (der Jagdtrieb ist unabhängig vom Sättigungszustand der Katze, siehe eben Leyhausen). Und de facto sind "wilde" Hauskatzen in den deutschen Großstädten nunmal die einzigen nennenswerten Freßfeinde der Ratten.



