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Tierschutz aus der Region

04.07.2006

Bürgerdemonstration gegen den Ausbau des Schlachthofes in Weißenfels

BUND Sachsen - Anhalt e.V. und Aktionsbündnis "Artgerechte Tierhaltung Sachsen - Anhalt" laden am Sa., den 15. Juli 2006 zur Demonstration nach Weissenfels

Tatortkommissar Peter Sodann gemeinsam mit den Demonstranten auf dem Klemmberg

Von 11.00 bis 13.00 Uhr werden am 15. Juli 2006 BUND und zahlreiche Bürgerinitiativen gegen Schweinemastanlagen und die Bürgerinitiative gegen die Schweinefabrik Weißenfels, mit einem Demonstrationszug vom Klemmberg über die Karl - Liebknecht-Straße zur Zeitzer Straße bis zur Großen Burgstraße und von dort zum Busbahnhof ziehen.

Auf der Auftaktkundgebung werden neben dem Weißenfelser Oberbürgermeister auch der Schauspieler und ehem. Intendant des Neuen Theater Halle, *Peter Sodann* und der Sprecher des Aktionsbündnis "Artgerechte Tierhaltung Sachsen - Anhalt, der BUND Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf sprechen und über die für Sachsen - Anhalt geplanten Massentieranlagen und den geplanten Ausbau des Weißenfelser Schlachthofes zur größten Tierfabrik Europas informieren.

Eine Tierfabrik, in der im Endausbau 23.000 Schweinen täglich getötet und verarbeitet werden sollen. 23.000 Schweine pro Tag bedeuten 8 Millionen Schweine im Jahr 80 mal mehr als die größte derzeit für Sachsen - Anhalt geplante Massentieranlage. Wenn man bedenkt, dass derzeit in Sachsen-Anhalt nur 2,5 Mio. Einwohner
leben, die ebenso wenige unter Mangel an Schweinefleisch leiden wie die Menschen im ganzen Deutschland, stellt sich zu recht die Frage, warum der Weißenfelser Bevölkerung eine derartige Anlage mit all ihren negativen Folgewirkungen, z.B. ein deutlich erhöhtes LKW - Verkehrsaufkommen aufgebürdet werden soll.

Mehr als 8 Mio. Schweine pro Jahr, das sind 8 mal mehr als derzeit in Sachsen - Anhalt produziert werden (ca. 1 Millionen Schweine/Jahr). Um diese geplante Anlage auch nur annähernd auslasten zu können sind derzeit weitere Schweinemastanlagen in Mitteldeutschland und insbesondere in Sachsen-Anhalt geplant. Gigantische Schweinemastanlagen mit bis zu 100.000 Tieren sollen hier aus den Boden gestampft werden. Allstedt, Gerbisbach, Klein-Wansleben, Mahlwinkel, Sandbeiendorf und Straguth sind die Gemeinden, in denen die derzeit geplanten Anlangen betrieben werden sollen und die lediglich die Speerspitze einer für Sachsen-Anhalt verhängnisvollen Entwicklung darstellen. Die Folgen
dieser Entwicklung sind abzusehen. Sie führen zu einer erheblichen Mehrbelastung der Luft durch Ammoniakausstoß, zur Vergüllung ganzer Landstriche, zur Gefährdung der Wälder und unserer Gewässer und zu einem großangelegten Mülltourismus.

Es braut sich etwas zusammen. Aus vielen Ecken unseres Landes regt sich Widerstand, eine derartige Entwicklung findet keine Akzeptanz in der Bevölkerung. "Industrielle Massentierhaltungen führen nicht zu Wohlstand im ländlichen Raum, auch wenn Investoren und manche Regierungen immer wieder diese Behauptung auftischen", so schrieb uns kürzlich Prof. Dr. Ernst Ullrich von Weizsäcker, der von unserem Kampf in den USA erfahren hatte.

Keines der dringenden Probleme wird so gelöst. Im Gegenteil, die Standortvorteile, die unser Land durch seine Geschichte, seine Kultur und seine unverwechselbare Natur noch besitzt, sollen nun geopfert werden. Es handelt sich letztlich um einen Kulturkampf. Weil das Anliegen der Weißenfelser letztlich auch unser Kampf gegen den Bau der Schweinefabrik auf dem Allstedter Flugplatz ist, rufen wir unsere Anhänger auf, beteiligt euch an der Protestveranstaltung am 15. Juli in Weißenfels.

Der populäre Schauspieler Peter Sodann (Tatort-Kommissar Ehrlicher) hat sein Kommen angekündigt. Er wird sicher die Worte finden, die den Verantwortlichen in unserem Land zum Denken geben werden.

Oliver Wendenkampf
Sprecher des Aktionsbündnis "Artgerechte Tierhaltung in Sachsen -
Anhalt"

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