Tierschutz aus der Region
Tierhalter geraten in Not
Wie immer zur Ferienzeit hat in Halle die Zahl ausgesetzter Katzen zugenommen. Frieder Bernhardt, Vorsitzender des "felidae" Kleintierschutzvereins am Rosengarten, ist jedoch eine "regelrechte Schwemme" an kleinen Katzen aufgefallen, die mit Hartz IV zu tun haben könnte. "So viele hatten wir noch nie", sagt er. Nach seiner Vermutung spielt die sinkende Bereitschaft der Katzenhalter dabei eine Rolle, ihre Tiere kastrieren zu lassen und so den Katzennachwuchs einzudämmen. "Bei Katern kostet das etwa 40, bei Katzen 75 Euro." Dafür hätten viele kein Geld übrig. Der Kleintierschutzverein betreibt in der Ottostraße ein Tierheim. "Unsere Kapazitäten sind mit mehr als 50 Katzen voll ausgelastet", so Bernhardt. In diesem Jahr seien bisher etwa zwölf Prozent mehr Tiere aufgenommen worden als im Vorjahreszeitraum.
"Bei uns melden sich drei bis vier Leute pro Woche, die ihre Hunde abgeben wollen, weil sie sie sich nicht mehr leisten können", sagt die Geschäftsführerin vom Verein Tierschutz Halle, Marlis Koser. In den meisten Fällen helfe der Verein, der das Tierheim im Birkhahnweg betreibt, mit Futter aus. So ließen sich die Halter überzeugen, ihre Hunde zunächst zu behalten. Hundehaltern, die knapp bei Kasse sind, rät Marlis Koser, zuerst beim Futter zu sparen. "Es muss nicht immer teures Dosenfutter sein." Das Futter lasse sich mit Hilfe von Möhren, Äpfeln und Nudeln wunderbar und preiswert strecken. Bei den Tierarztkosten wie für Impfungen sollten dagegen keine Abstriche gemacht werden, so Koser. Einkommensschwache Menschen, die trotzdem ein Tier haben möchten, rät sie, vorher genau zu überlegen. "Kleine Tiere sind kostengünstiger als große."
(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung)
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