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Tierschutz aus der Region

25.04.2007

Ein Hotel aus Stroh, Schilf und Lehm

Imkermeister baut Insekten eine Unterkunft - Lange Tradition in Halle

Stadtmenschen haben es schwer, Natur pur zu erleben, sagt Günter Köhler. Der Imkermeister aus Dölau hat deshalb über den Winter ein Insektenhotel gebaut, das den unterschiedlichsten Bewohnern Lebensraum gibt. Wildbienen zum Beispiel, Ohrenkneiper und Hummeln - für jedes Insekt steht das entsprechende "Zimmer" aus Ästen, Stroh, morschem Holz und Schilf bereit. Manche Insekten mögen löchrige Steine oder porösen Lehm wie die Mauerbienen, die ihre Brut dort einmauern.

Kostenlose Führungen im Rotbuchenweg hier in Halle (ca. 90 Minuten) finden donnerstags und freitags um 9 und um 10.30 Uhr statt. Anmeldung unter der Nummer 0345 / 550 5361.

"Wildinsekten finden immer weniger typische Lebensräume, unsere Umwelt ist viel zu aufgeräumt", begründet der 68-Jährige sein neuestes Projekt. Entsprechend wenige Möglichkeiten gebe es, die Tiere in freier Natur zu beobachten. Noch ist sein Insektenhotel, das am Eingang des Gartens steht, unbewohnt. Aber ab Mai, erzählt er, werde es sich rasch füllen. Ein paar Mauerbienen seien bereits angekommen. Dann können Besucher bei ihm die in Halle seltene Spezial-Herberge kennen lernen und ihre Bewohner beobachten.

Und auch eine Lehrstunde zum Thema Bienenzucht samt Honiggewinnung und -verkostung absolvieren. Dass Honig das Produkt fleissiger Bienen ist, wissen die Schüler meist gerade noch. Aber wie Honig tatsächlich entsteht und was sich dabei in einem Bienenstock abspielt, das haben die wenigsten von ihnen schon gesehen. Es sei denn, sie waren bei Imkermeister Günter Köhler zu Gast, der seit rund 15 Jahren kostenlose Führungen anbietet - auch für Erwachsene.

Die Schul-Imkerei habe in Halle eine lange Tradition, so Köhler. 1860 sei erstmals in Deutschland an der Universität Halle ein Bienenvolk zu Lehrzwecken angeschafft worden. "Ab dem Jahr 1890 standen dann ständig Bienenvölker im zentralen Schulgarten der Stadt in der Galgenbergschlucht", erzählt Köhler, der als Lehrer diese Bienenvölker viele Jahre bis 1985 betreute. Da es nach der Wende diesen Schul-Bienenstand nicht mehr gab, begann der Imkermeister mit den Führungen auf seinem Grundstück.

(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 25. April 2007)

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