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Tierschutz aus der Region

24.10.2007

Hundehalter sind empört - trotz Erhöhung der Hundesteuer wurde Hundewiese in Halle gesperrt

In den letzten Tagen meldeten sich empörte Hundehalter aus dem Wohnumfeld des Rosa-Luxemburg-Platzes hier in Halle. Die letzten Jahre war die ausgeschilderte Hundewiese für viele Hundefreunde aus dem Viertel ein fester Treffpunkt. Menschen konnten miteinander reden, sich bei Problemen bzgl. Hundehaltung von anderen Hundefreunden beraten lassen. Hunde konnten ihre "sozialen" Kontakte zu Artgenossen ausleben - ein nicht zu vergessener Aspekt einer artgerechten Hundehaltung.

Seit ein paar Tagen ist alles anders. Nun steht ein Schild auf der einstigen Hundewiese mit dem Vermerk "Keine Hundewiese".

Wir werden im Namen der empörten Hundefreunde eine Stellungnahme bei der Stadt Halle erbitten und sind wirklich gespannt auf die Antwort. Unser Brief auf nachfolgender Seite:

Verbotsschild am Rosa-Luxemburg-Platz Verbotsschild am Rosa-Luxemburg-Platz

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen mußten wir folgende Beschwerde von Hundefreunden unserer Stadt entgegennehmen:

Die bisher als solche ausgewiesene Hundewiese am Rosa-Luxemburg-Platz ist seit einigen Tagen für Hunde gesperrt - ein städtisches Verbotsschild weist auf die Sperrung hin.

Die Erhöhung der Hundesteuer ist auch heute noch für viele Hallenser eine Zumutung und stößt auf Unverständnis. Daß die Gemüter nun aufschlagen, wenn trotz erhöhter finanzieller Forderungen seitens der Stadt den Hundehaltern das Leben noch schwerer gemacht wird, ist wohl verständlich.

Zu einer artgerechten Hundehaltung gehört der Kontakt zu Artgenossen - auf engen Fußwegen und befahrenen Straßen sind streß- und gefahrenfreie Begegnungen aber nur schwer möglich. Für ältere Hundehalter ist der Weg zu den anderen Hundewiesen unserer Stadt zudem sehr beschwerlich, teils überhaupt nicht möglich.

Wir fragen darum im Namen vieler Hundefreunde:

Warum wurde die genannte Hundewiese gesperrt?
Welchen Stellenwert haben die Hundewiesen unserer Stadt in Zukunft?
Sind weitere Sperrungen geplant?
Welche Alternativen kann die Stadt Halle den steuerzahlenden
Hundehaltern bieten?

Mit freundlichem Gruß,
das Team von tierschutzportal.de"


30. Oktober 2007
Neue Hundewiese bald am Giebichensteiner Friedhof?

Hier die Antwort auf unsere Nachfrage:

"Sehr geehrte Frau Lämmerhirt,
vielen Dank für Ihre Mail an unseren Bürgerbriefkasten. Ich möchte Ihnen dazu gern einige Erläuterungen geben:

Wir haben aus verschiedenen Gründen in der Vergangenheit versucht, Hundewiesen, die sich direkt neben Spielplätzen befinden, entweder zu verlegen oder zu umzäunen. Bei der Hundewiese Rosa-Luxemburg-Platz ist eine Umzäunung nicht möglich, da es sich um ein Naturdenkmal handelt. Das Landesmuseum für Vorgeschichte und eine Elterninitiative Spielplatz arbeiten außerdem daran, ein gemeinsames Projekt zu entwickeln, also den Spielplatz thematisch der Archäologie anzupassen. Vom Museum über die bisherige Hundewiese zum Spielplatz soll eine Verbindung entstehen. Aus diesem Grund soll die bisherige Hundewiese - die zweifellos an dieser Stelle sowieso unpassend war, da sie zum einen sehr klein ist, zum anderen direkt an der Hauptstraße liegt - an anderer Stelle entstehen. Hinzu kommt, dass aufgrund der Nähe zur Peißnitz ohnehin keine starke Frequentierung dieser Hundewiese vorhanden war.

Es ist vorgesehen, anstelle dieser Hundewiese eine Wiese angrenzend an den Giebichensteiner Friedhof anzulegen. Dazu sind allerdings noch einige vorbereitende Maßnahmen erforderlich, ehe diese Hundewiese genutzt wird.

Die Hundesteuer ist eine so genannte Luxussteuer und wird nicht direkt für Hundewiesen etc. verwendet. Die Stadt Halle (Saale) ist aber im Vergleich mit anderen Städten mit der Anzahl der Hundewiesen und der Hundetoiletten (107) nach wie vor sehr gut ausgestattet. Und, wie oben erwähnt, die Nähe zur sehr schönen und großen Hundewiese auf der Ziegelwiese, bedeuten nur unerheblich weitere Wege. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen, mit der Hundewiese im Giebichenstein (hier gibt es bisher noch gar keine) eine günstige Alternative anzubieten.

Freundliche Grüße
Petra Pietzonka
Büro der Oberbürgermeisterin
Team Bürgerbüro"

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