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01.12.2009

Magic - ein Weihnachtsmärchen

"Es gibt sie noch - die Weihnachtsmärchen! Glauben Sie nicht ? Doch... Wenn Sie meine Geschichte gelesen haben, dann glauben Sie auch daran!

Es war an einem typisch trüben, grauen, nebeligen und verregneten Novembertag, als ich aus dem warmen Gran Canaria nach Deutschland einflog. Mein neues Frauchen Steffi hatte sich im Internet in mich verliebt. Sie fühlte sich sehr einsam, denn kurze Zeit vorher war ihre liebe Mama verstorben. Von nun an sollte ich unbedingt ihre Lebensbegleiterin werden.

Als kleiner spanischer Straßenhund wurde ich unter einem Baucontainer mit meinen 4 Kindern von Frau Michaela Mulzer-Engelhard gefunden. Nachdem meine Kinder groß genug waren...

Jacky und Happy Jacky und Happy

... konnte ich nach Deutschland vermittelt werden.

Wie eingangs erwähnt, kam ich am 29.11.08 auf dem Flughafen Leipzig/Halle und meiner Flugpatin, der netten Frau Constanze Lämmerhirt, an. Mein Freund Jack (Jack Russel) war auch dabei. Mein neues Frauchen und ihre Freundin Peggy warteten ganz gespannt auf uns.

Auch ich war total aufgeregt, was jetzt alles auf mich zukommen wird, in diesem neuen fremden Land. Gemeinsam fuhren wir in mein neues Zuhause, wo schon alles für mein Kommen vorbereitet war. Nach dem langen Flug hatte ich großen Hunger und stahl als erstes Frauchens Käsebrot. Sie hatte Verständnis, trug es mit Fassung und lachte darüber. Von nun an wurden mir erstmal die Tischsitten beigebracht, die ich dann auch ganz schnell begriffen hatte... weil ich mit meinen 2 Jahren noch jung bin, bin ich auch noch sehr lernfähig. Ich habe in der kurzen Zeit, seitdem ich hier bin, schon sehr viel beigebracht bekommen und gelernt.

Am 2. Tag nach meiner Ankunft wollte mir Frauchen ein Geschirr kaufen, was ich unbedingt anprobieren musste. Und ich sollte mir ein schönes Körbchen aussuchen. Weil ich von Anfang an einen ruhigen Eindruck auf sie machte, wusste sie leider nicht, dass ich noch ziemlich ängstlich und schreckhaft war.

An einer vierspurigen großen Straße bekam ich die absolute Panik. Beim Überqueren erschrak ich vor den vielen lauten Autos und den Straßenbahnen. All das kannte ich ja nicht von Gran Canaria. Schließlich riss ich mich aus lauter Angst aus dem Halsband und bin davon gelaufen. Weil ich mich nach 2 Tagen überhaupt noch nicht auskannte, fand ich den Heimweg nicht und bin 12 Tage kreuz und quer durchs Wohngebiet gelaufen.

Mein Frauchen war fix und fertig mit den Nerven, völlig am Ende. Sie hatte fürchterlich Angst um mich, war sehr traurig und weinte viel. Sie hatte nur den einen Wunsch: Mich schnellstens wieder zu finden. Sie können sich sicher vorstellen, dass es mir ähnlich erging. Aus lauter Angst, wusste ich nicht wohin. Rund um die Uhr wurde ich gesucht. Dank der lieben Frau Lämmerhirt wurden viele Menschen in Bewegung gesetzt, Aushänge gedruckt und angebracht, Annoncen geschaltet und Artikel in der Zeitung veröffentlich, um mich wieder zu finden. Die nette Anett Schüler zog sogar mit Suchhunden los. Auch mein Freund Jack war dabei.

Frau Lämmerhirt, Anett, mein Frauchen und viele andere nette Menschen waren Tag und Nacht auf den Beinen. Immer wieder gingen bei meinem Frauchen Telefonate ein, dass ich gesehen wurde. Es war ein kleiner Trost für sie, somit wusste sie, dass mir nichts passiert ist. Ich konnte mich einigermaßen durch die kalten Dezembertage schlagen, denn ich kannte ja das Leben auf der Straße. Bis auf die eisige Kälte. Die war sehr schmerzhaft.

Während dieser Zeit hat mein Frauchen viele nette Menschen kennengelernt, die mit ihr fühlen konnten und die ihr beistanden. Unter anderen Umständen wären sie ihr wahrscheinlich nie begegnet. Das war so ein enger Zusammenhalt wie in einr Großfamilie. Mein Verschwinden zog sich wie ein Lauffeuer durch die gesamte Stadt Halle. Die Suchaktion reichte sogar bis rüber nach Hannover. Die nette Frau Vanessa Klingbeil rief ebenfalls Tag und Nacht bei meinem Frauchen an und wollte immer auf dem neuesten Stand sein. Sie fieberte mit allen mit.

Dann gab es noch die Freundin von Frau Klingbeil, Frau Sophia Mertens. Das ist eine ganz tollle Frau, die hellseherische Kräfte besitzt. Der Kontakt zu ihr war für mein Frauchen wie ein spannender Krimi. Sie konnte nämlich mit mir kommunizieren. Durch Frau Mertens bekam mein Frauchen ganz viele wertvolle Anhaltspunkte, wo ich mich aufhalte. Sie hatte einen enormen Anteil daran, dass ich gefunden wurde. Durch ihre Kontaktaufnahme mit mir bekam mein Frauchen schließlich den entscheidenden Hinweis. Zum Schluss meines Alleingangs tingelte ich auf einem riesigen Bürogelände herum, wo ich mehrmals gesehen wurde. Somit holte Frau Lämmerhirt eine Lebendfalle aus dem Zoo und stellte diese am 11.12.08 auf. Mein Hunger war so groß, dass ich in den frühen Morgenstunden des 12.12.08 dort hineintappte und "festsaß".

Eine liebe Mitarbeiterin dieses Bürogeländes, Frau Erika Jungmann, fand mich vor Arbeitsbeginn. Sie ist jetzt eine meiner Patentanten. Frau Jungmann informierte sogar mein Frauchen. Sie kam so schnell sie konnte mit Anett, um mich abzuholen. Das war eine Aufregung, sag' ich Ihnen und eine riesige Wiedersehensfreude.

Bevor mein Frauchen mit Anett kam, hatte mich Frau Jungmann mit der Lebendfalle, gemeinsam mit dem Hausmeister des Geländes, in ihr warmes Büro gebracht. Durch die eisige Kälte war ich ganz verfroren. Frau Jungmann und ihre nette Zimmerkollegin versorgten mich erstmal mit Wasser und lecker Futter. Als mein Frauchen und Anett in der Tür standen, das war der schönste Moment. Alle hatten tierisches Herzklopfen. Wir schlossen uns ganz fest in die Arme und ließen uns nie mehr los.

Dank dieses schönen Happy Ends wurde ich sofort umgetauft: seitdem heiße ich "Happy".

Durch das lange Herumstreunen war ich sooo müde und hungrig, dass ich nur noch ganz schnell in die warme Stube wollte, um mich zu erholen. Frauchen und ich haben erstmal viel geschlafen.
Inzwischen habe ich mich sehr gut eingelebt und mir geht es ausgezeichnet. Ich habe auch schon ganz viele Freunde gefunden und bin auch gar nicht mehr so ängstlich. Ich bin ganz lieb und verschmust, möchte am liebsten von morgens bis abends nur kuscheln.

Wie ich eingang erwähnte, kam ich mit meinem Freund Jack nach Halle. Weil er noch nicht vermittelt war, bekam er bei Frau Lämmerhirt ein warmes Plätzchen. Frauchens Freundin Peggy verliebte sich bereits auf dem Flughafen in ihn. Er ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Gemeinsam mit ihrem Sohn Gregor haben sie Jack bei Frau Lämmerhirt besucht und ganz schnell entschieden, ihn bei sich aufzunehmen. Somit ist mein Freund ganz in meiner Nähe. Weil er ein prächtiger Kerl ist, wird er jetzt Jacky gerufen. Wir haben schon sehr viel Zeit miteinander unternommen: feierten gemeinsam Weihnachten, besuchen uns gegenseitig und jetzt waren wir alle zusammen an der Ostsee im Urlaub. Dort gefiel es uns ausgezeichnet. Wir hatten ganz viel Spaß beim Spielen und Herumtoben.

Abschließend möchte ich mich noch einmal bei all' den vielen netten Menschen für ihre Einsatzbereitschaft bedanken, und dass sie nicht aufgaben, nach mir zu suchen...

Es war ein riesengroßer Aufwand mit aufregenden Zeiten, aber es hat sich gelohnt. Alle waren nach dieser Aktion sehr glücklich, als sie mich dann wieder gemeinsam mit meinem Frauchen sahen.

Und, glauben Sie jetzt an Weihnachtsmärchen? Ich schon........"

Diese wunderbare Geschichte mit Happy-End wurde uns eingeschickt von Steffi Graumann - Magic/Happys Frauchen.

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