Tierschutz aus der Region
Roy - eine Hundegeschichte mit Happy-End
1994 hat Roy seinen besten Freund gefunden, als sich Oma entschloss, sich auch einen Hund anzuschaffen. Rex kam aus Thale im Harz. Roy & Rex waren das perfekte Team. Beide sind immer total ausgeflippt vor Freude, wenn sie sich am Wochenende & in den Ferien gesehen haben. Der Postmann musste auch immer dran glauben :-)
Rex war ein sehr robuster Hund, musste nur zum Impfen den Tierarzt besuchen. Unser Roy hingegen hatte nicht so viel Glück...
Er musste schon kurz nachdem er zu uns gekommen war, am Ohr operiert werden, er hatte ein Blutgerinsel. Das wiederholte sich dann auch noch am anderen Ohr. Es folgten noch mehrere kleine OP's an den Pfoten, weil er sich ständig geschnitten hat.
Der Tierarzt war dann nicht mehr Roy's Freund...
Als Roy 6 Jahre alt war, kam dann der Schock: Roy hatte grauen Starr & das linke Auge musste entfernt werden. Wir haben auch noch andere Tierärzte aufgesucht, aber man konnte das Auge nicht retten, leider.
Aller Anfang ist zwar schwer, aber dennoch hat Roy gelernt, gut damit klar zukommen. Wir haben ihn auch alle dabei unterstützt.
Er genoss bei uns sein Hundeleben weiterhin in allen Zügen.
2003 lernte ich dann die kleine verängstigte Mary kennen. Entweder wurde sie ausgesetzt oder sie hat was gescheucht & die Orientierung verloren. Sie wurde in Trotha gefunden mit einem verletzten Hinterpfötchen. Da war sie ca. 4 Jahre alt. Es war Liebe auf den ersten Blick (beidseitig). Trotzdem lebte sie zunächst mit einem Schäferhund & einem Kampfhund in einer Werkstatthalle, übergangsweise (Mary fühlte sich da überhaupt nicht wohl & hat sich nur versteckt, ausser wenn ich sie da besucht habe). Der Finder wollte sie behalten & warten, bis seine 15 Jahre alte Katze in den Katzenhimmel kommt, deswegen musste sie da ''ausharren'' & wir hatten ja auch den Royli. Da ich ja zu der Zeit erst 16 war, hat mein Vati nein gesagt. Also nahm ich sie vorläufig nur, wenn sie heiß war.
Beim ersten Mal wars für uns beide ganz schlimm, als ich sie zurück geben musste. Beim zweiten Mal habe ich sie dann behalten, weil ich zu der Zeit immer bei meinem Freund war. Da brauchte ich nicht die Zustimmung meiner Eltern... Mary hat viele schlimme Dinge erlebt, sie hatte Angst vor ruckartigen Bewegungen & Gegenständen wie z.B. Staubsauger, Zeitungen & Wischer... Auf Männer & Kinder ist sie auch nicht gut "zu sprechen". Mein Freund lebte auch noch zu Hause & hatte 2 kleine Brüder...
Als ich eines Tages von der Schule kam, lag sie völlig verängstigt unterm Bett, die Brüder traten nach ihr & fanden das lustig, (da waren sie allein mit Mary). Hab sie nie wieder mit ihnen allein gelassen. Kurze Zeit später sollte mein Freund nur einen Tag auf Mary aufpassen & gab sie wieder in schlechte Hände, mit Kindern die sie wieder quälten. Habe das erst Monate später erfahren, die Trennung folgte & ich nahm meine Mary endlich mit zu uns nach Hause... Mein Vati hab ich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt, für Mutti & Roy stands schon vorher fest, das wir sie behalten...
Roy hatte nicht nur seinen besten Freund gefunden, er war dann auch noch verliebt. Mary musste sich erst dran gewöhnen die Mama zu teilen. Doch schnell waren die Beiden ein Herz & eine Seele. Mit anderen Hunden kam sie nicht zurecht, außer der Rex noch. Rex verliebte sich auch in sie & umschwärmte sie, aber sie hatte immer nur Augen für Roy. Das zog dann ab & zu einen Streit mit sich, aber Roy hat immer sofort geschlichtet, ohne das wir einschreiten mussten.
Rex suchte sich dann eine neue Freundin, sie wohnte ein paar Häuser weiter & er büchste nachts aus um vor Ihrem Haus auf sie zu warten. Das kostete ihm eine Nacht im Tierheim... aber er hats gut überstanden & musste dann kastriert werden.
2006 zog ich mit meinem neuen Freund zusammen, Mary habe ich natürlich mitgenommen. Er ist der erste Mann den sie auch gern hat & keine Ängste zeigt & nicht gebissen hat & wir leben seit 3 Jahren alle 3 zusammen.
Der Umgang mit Kindern hat sich zum positiven entwickelt, auch die Aggression anderen Hunden gegenüber hat sich gegeben, es gibt sogar Hunde mit denen sie spielt. Sowas kannte ich von ihr nicht, außer mit Roy.
Weihnachten 2006 ist Rex' Herrchen gestorben, kurze Zeit später starb auch er, im Alter von 12 Jahren an Leukämie. Roy vermisste den Rex besonders...
Royli hatte währenddessen mit dem Alter zu kämpfen, er konnte nicht mehr gut sehen, er wurde schwerhörig, der Rücken schmerzte, er musste immer Tabletten dagegen nehmen & die Blase wurde auch immer schwächer mit zunehmenden Alter.
Als er 15 war kam der nächste Schock: Roy hatte einen Tumor am Bauch, ob gut- oder bösartig hat unsere Tierärztin nie untersucht, das wollte sie & wir alle ihm ersparen in dem Alter. Eine OP wäre sowieso nicht in Frage gekommen.
Auch das hinderte ihn nicht an seiner Lebenslust, vor allem wenn Mary zu Besuch war. Er tobte & tollte wie ein junger Hund.
Meine Mutti hat sich aufopfernd um Roy gekümmert, mit allem was dazu gehört & was das Alter so mit sich bringt...
Am 24.12.09 waren wir alle bei der Oma & unser Roy hatte bereits 2 Tage fast nichts gegessen, er taumelte beim laufen, hatte rote Flüssigkeit an der Schnauze & hielt sich die ganze Zeit an der Stelle im Garten auf, wo wir vor Jahren unser Meerschweinchen begraben hatten. Also bemutterten wir ihn noch mehr...
Am 26.12.09 ist es passiert, gegen 17.30 Uhr schlief er friedlich in den Armen von unserer Mama ein. Sie hat ihn ganz fest gehalten & gestreichelt. Er hatte keine Schmerzen o.ä..
Wir vermissen ihn so sehr & alle trauern...
Er wird nun verbrannt & im Garten von der Oma beerdigt. Da fühlte er sich am wohlsten.
Roy ist 19 Jahre alt geworden & konnte sein Leben genießen. Am liebsten hat er Quietschspielzeug zerkaut, manchmal auch gegessen & er liebte das Wasser... Er hat gelebt, geliebt & den schönsten Tod den man sich vorstellen kann. Dennoch ist es sehr schwer, auch für die kleine Mary.
Die Mama war das erste Mal seit 18 Jahren nicht draußen. Für sie steht fest, das sie einem neuen Hund ein schönes zu Hause geben möchte. Sie hatte schon immer einen Hund gehabt, auch als Kind.
Wenn sie uns einen Hund vermitteln können, würden wir uns sehr freuen.
'Unser Dank gilt dem Tierschutzverein Halle & unserer FTÄ K. Körber
Liebe Grüße
Familie F. & Mary"
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