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Tierschutz aus der Region

09.02.2015

Katzenpopulation: „Tierschutz Halle“ kritisiert defensive Argumente der Verwaltungen

SonntagsNachrichten/Frank Schumann vom 8. Februar 2015:


Die hiesigen Tier- und Tierschutzvereine haben vielfältige Sorgen, insbesondere finanzieller und personeller Art. Aktuell sehen sie sich besonders bei der Einschränkung der Katzenpopulation mittels Kastration und Sterilisierung von den Verwaltungen der Stadt Halle und des Saalekreises allein gelassen. Die Folgen sind in den Räumlichkeiten der Vereine unübersehbar. Mit durchschnittlich 60 bis 80 Katzen sind beispielsweise die Kapazitäten beim Tierschutz Halle regelmäßig bis zur Maximalgrenze ausgelastet. Erst im Dezember hatte Halles Stadtrat über einen Antrag der SPD-Fraktion zu entscheiden, womit die Stadtverwaltung beauftragt werden sollte, im Haushaltsplan 2015 „die Bezuschussung der halleschen Tierschutzvereine zum Zweck der Durchführung von Kastrationen bei Streunerkatzen 10.000 Euro aufzunehmen“. Die Stadtverwaltung positionierte sich dazu ablehnend...

Katzen Katzen beim Tierschutz Halle e.V.

... weil der Nachweis einer steigenden Katzenpopulation von den Vereinen nicht erbracht werden konnte. Von dieser Argumentation offensichtlich beeindruckt, zog die SPD ihren Antrag zurück.

Marlies Koser vom Verein Tierschutz Halle kann sich darüber nur wundern. Die sich um den Tier- und Katzenschutz in und um Halle kümmernden Vereine würden sich mit ihren personellen und finanziellen Kapazitäten ohnehin permanent an der Grenze des Machbaren befinden. Da könne man nicht auch noch solche Dokumentationsanforderungen erfüllen. Zugleich kritisiert die Tierschützerin, dass in den Verwaltungen (Veterinäramt) die entsprechenden Rahmenbedingungen eigentlich bekannt sein müssten: Unsere Vereine existieren größtenteils nur durch ehrenamtliches Engagement. Und die Frauen und Männer, die sich ebenfalls freiwillig um die Futterstellen vor Ort kümmern – meist allein lebend und im höheren Alter – hätten nicht selten gegen Anfeindungen im Wohngebiet zu kämpfen und würden deshalb „ihre“ Futterstellen nur in den dunklen Stunden des Tages aufsuchen. Ganz abgesehen davon, dass sie für die Tiere häufig ohnehin mehr Geld ausgeben, als für sich selbst. Dann könne man doch nicht verlangen, dass sie auch noch Statistiken über die von ihnen betreuten Tiere führen.

Und: Ein Hauptproblemgebiet werde von den Verwaltungen völlig vergessen – die Kleingartenanlagen. „Hier haben wir die besondere Situation, dass die Katzen im Sommerhalbjahr als niedliche Begleiterscheinungen angenommen und auch versorgt werden. Sobald die Tage aber kürzer und kälter werden, sind die Kleingartenanlagen ebenso verlassen wie die dort lebenden Katzen“, so Koser. Dann klingeln die Telefone bei den Tierschützern. Das Elend vor Ort nicht sehen könnend, werden die Tiere von den Vereinen in Obhut genommen. Erst kürzlich habe man dies in einem Ort im nördlichen Saalekreis erlebt. Zwar handelte es sich nicht um eine Gartenanlage, sondern um ein verlassenes Gehöft. Dennoch fanden sich dort rund 30 verwahrloste und abgemagerte Katzen. Mehrere Anrufe einer Bewohnerin bei verschiedenen Verwaltungsstellen seien ohne Reaktion geblieben. Der Tierschutz Halle hätte schließlich geholfen.

Marlies Koser sieht dies als grundsätzlichen Trend. In den zuständigen Ämtern vertraue man darauf, dass die tierschützenden Vereine die Not nicht tatenlos sehen können und sich um Lösungen kümmern. Die Tierschützerin bezeichnet dieses Verhalten gewissermaßen als ein für die Kommunen und Landkreise recht kostengünstiges „Spiel mit unserer Gutmütigkeit“.

Richtig ist es, so Marlies Koser, dass bei den streunenden Katzen in Halle im Vergleich zum Beginn der 1990er Jahre eine spürbare Verbesserung erreicht worden sei. Habe es damals schätzungsweise rund 5.000 frei lebende Katzen gegeben, würde man heute von 2.000 bis 3.000 Streunern ausgehen. Dies sei vor allem dem Engagement der hiesigen Vereine zuzuschreiben. Richtig wäre es aber, weiter aktiv zu bleiben und nicht erst zu warten, bis die Population wieder dramatisch ansteige.

Die Stadt Halle hat 2011 ihre finanzielle Beteiligung an den Kastrationsaktivitäten der Tier- und Katzenschutz-Vereine eingestellt und will dies zunächst auch nicht ändern!

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