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Tierschutz aus der Region

28.10.2005

Vermittlungsrate ist erfreulich hoch

Blick in eine Notaufnahme von Fundtieren

?Manche Hunde laufen weit, da ist es nicht einfach, die Besitzer zu finden." - Klaus-Dieter Bornhake, Inhaber der Hundeschule Zwintschöna und gleichzeitig zuständig für die Notaufnahme von Fundtieren der Gemeinde Kabelsketal und etlicher weiterer Kommunen des Saalkreises, hat schon einiges erlebt.

Das Team von der Hundeschule Bornhake Klaus-Dieter Bornhake aus Zwintschöna und sein Team

Erst einige Wochen ist es her, dass ein Tankwart aus Queis anrief, weil in das offene Auto eines Kunden ein wildfremder Hund gesprungen war, von dem niemand wusste, wo er herkommt. ?Letzten Endes stellte sich heraus, dass das Tier drei Wochen zuvor in Günthersdorf entlaufen war", sagt Bornhake.

In diesem Fall konnte das Tier problemlos zu seinem Herrchen zurückkehren. Doch das ist nicht immer so. Nicht selten kommt es vor, dass Hundebesitzer die Vierbeiner einfach irgendwo aussetzen oder anbinden, weil sie es los sein wollen. ?Zunächst warte ich", so Bornhake, ?ob sich bei einem Fundtier ein Besitzer meldet. Wenn das nicht passiert, versuche ich, einen neuen Besitzer zu finden." Das geschieht gleich auf mehrere Arten: über das Internet und Tierschutzvereine, aber auch durch Mundpropaganda und über die Amtsblätter von Verwaltungsgemeinschaften und Gemeinden.

Die Vermittlungsrate ist recht hoch. Fast alle Tiere finden ein neues Zuhause. Manche recht schnell, bei anderen dauert es etwas länger. 110 Tage, hat Bornhake ausgerechnet, bleiben die Hunde durchschnittlich bei ihm. Nur ganz wenige sind Dauerbewohner der Zwinger in Zwintschöna. So wie der Kampfhund-Mischling, der bereits fünf Jahre hier ist und sicher auch auf Dauer bleiben wird.

Er bewohnt, wie die derzeit elf weiteren Hunde einen der insgesamt 17 Zwinger am Ortsrand der Gemeinde, wo Bornhake ein l 200 Quadratmeter großes Grundstück für seine Aufgaben nutzt. Die Zwinger mit Innen- und Außenraum sind 36 Quadratmeter groß und könnten je vier Tiere beherbergen, da dem Gesetz nach jedem acht Quadratmeter zustehen.

Doch oft vertragen sich Tiere nicht. Man kann auch nicht Rüden und Hündinnen im gleichen Zwinger halten. ?Normalerweise ist der Hund ein Rudeltier und braucht Gesellschaft", weiß der Fachmann, ?deshalb achte ich darauf, dass sie wenigstens Sichtkontakt haben."

Und es ist auch nicht so, dass die Vierbeiner etwa immer nur im Zwinger sind. Das Gelände in Zwintschöna ist groß genug, um den Hunden auch Auslauf zu gewähren. Eine riesige Wiese steht zur Verfügung, auf der alles Mögliche wächst und die Tiere auch mal eine Stelle finden, an der sie sich verstecken können.

(Quelle: Text und Bild: Mitteldeutsche Zeitung v. 24.10.05)

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