Tierschutz aus der Region
Ein Interview aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 13. April
MZ: Werden Kaninchen vor Ostern nicht besonders verwöhnt? Schäfer: Was für uns wie Verwöhnen aussieht, ist für die extrem stressanfälligen Tiere eine gefährliche psychische und körperliche Belastung - oft über Wochen. Da werden Mutter und Geschwister getrennt und die hektische Umgebung sind sie auch nicht gewohnt. Oft werden sie von Kunden durch ihr Gehege gehetzt, in dem auch Süßigkeiten und Zigarettenkippen landen.
MZ: Das sind schlechte Scherze. Würde es reichen, wenn die Besucher rücksichtsvoller wären?
Schäfer: Aber solche unüberlegten Scherze enden für die Tiere oft tödlich. Der Appell an die Vernunft verhallt meistens ungehört. Lebende Tiere eignen sich einfach nicht als Osterdekoration. Wir bitten deshalb die Aussteller, sich auf künstliche Tiermodelle zu beschränken.
MZ: In Tierhandlungen ist das schwer möglich. Ist es für diese Tiere nicht besser, wenn sie in private Hände kommen?
Schäfer: Wenn sich die Familien um die Tiere kümmern, dann sicherlich. Doch häufig verführen die ausgestellten Tierkinder zu unüberlegten Käufen. Viele dieser Spontankäufe leben dann unter nicht artgerechten Bedingungen. Und wenn Ostern vorbei ist und die Kaninchen größer werden, schwindet oft das Interesse. Sie landen am Ende in überfüllten Tierheimen.
MZ: Was sollte man vor einem Kauf bedenken?
Schäfer: Dass ?Osterhasen" kein Spielzeug sind, sie bei Angst kratzen und beißen können, viel Platz benötigen und deshalb Käfighaltung nicht artgerecht ist, sie einen artgleichen Partner brauchen und nicht lange klein bleiben. Übrigens: Auch in Tierheimen warten viele Hasen auf ein Zuhause.
(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 13.14. 04.2006 (Halle))
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