Tierschutz aus aller Welt
Rechtsstreit bedroht Raubkatzen in Not
Wenn Tigerin ?Rhani" so entspannt in ihrem Käfig liegt, könnten Besucher glatt den Respekt verlieren. Sie sieht aus wie ein Stubentiger in XXL. Doch so zahm Rhani auch schaut, ihren Ur-Instinkt hat sie nicht verloren. Und deshalb hat auch der ehrenamtliche Tierpfleger Thomas Plachta großen Respekt. ?Meine Finger bleiben draußen. Alles andere wäre Dummheit", sagt er am Käfig.
Insgesamt acht Tiger, fünf Pumas und ein Ozelot leben derzeit im Raubtierasyl. Die meisten Tiere haben eine schlimme Vergangenheit hinter sich: Beschlagnahmt bei Zuhältern, die nur mit ihnen angeben wollten, oder aus einem Zirkus, in denen sie unter schlechten Bedingungen leben mussten. ?Wir sind keine Spinner, sondern unsere Arbeit ist wichtig", sagt Plachta. ?Es wäre schön, wenn es uns nicht geben müsste."
Angelika Kretschmer vom Tierschutzverein hat sich die Ansbacher Anlage angesehen und lobt die Tierhaltung dort. ?Die Anlage ist wirklich einmalig", sagt sie. ?Wir unterstützen sie." Es gebe bundesweit auch kaum eine Alternative für herrenlose Raubkatzen. Kretschmer: ?Leider überschätzen sich Privatbesitzer immer wieder." Dann müsse die Polizei eingreifen.
Begonnen hatte alles mit einem Architekten, der ein Faible für Raubkatzen hatte. Er bekam die Genehmigung und baute ein Gehege. Bald fühlte er sich dem Tierschutz verpflichtet und nahm nur noch Tiere in Not auf. Wegen der immensen Kosten wurde 1995 der Verein gegründet. Heute gibt es einen fest angestellten Tierpfleger und zwei Aushilfspfleger, außerdem rund hundert ehrenamtliche Helfer. Mehr als 80 Kilo Fleisch vertilgen die Raubkatzen täglich. Hinzu kommen Kosten für die medizinische Versorgung. 600 Vereinsmitglieder, Spenden und Patenschaften sichern den Raubkatzen das Überleben.
Nun aber sieht sich der Verein durch einen Rechtsstreit in seiner finanziellen Zukunft bedroht. Das Gelände, auf dem sich die Gehege befinden, wird vom Zwangsverwalter einer Ansbacher Bank verwaltet. 2002, als es dem Verein finanziell noch besser ging, zahlte er freiwillig eine Pacht von 1400 Euro monatlich. Doch wegen nachlassender Spenden senkte der Verein die Pacht auf 400 Euro.
?Die freiwillige Zahlung stand immer unter dem Vorbehalt der finanziellen Situation", erklärt Rudolf Harprecht, Anwalt und Vereinsmitglied. Zwangsverwalter Sebastian Gramsamer findet aber, der Verein habe sich mit der eigenmächtigen Senkung der Pacht über übliche Gepflogenheiten hinweg gesetzt. Jetzt soll das Landgericht Ansbach entscheiden, wie es weiter geht.
Wollen Sie, liebe Tierfreunde, diesem Verein mit einer kleinen Spende unter die Arme greifen, dann schauen Sie doch auf die Homepage des Vereines (unten stehend)- hier finden Sie alle Infos zur Arbeit und den dort lebenden Tieren und natürlich die Kontonummer.
(Quelle: Bild und Text: Mitteldeutsche Zeitung vom. 17.02.2006)
- weiterführende Links:
- www.raubkatzenstation.de
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